Schon als Kind war ich fasziniert von Motoren. Mofas habe ich auseinandergebaut und wieder zusammengesetzt – einfach aus Neugier und Begeisterung für Technik. Wer damals eine Vespa Ciao besaß, war der Star im Viertel: lange Sitzbank, Gepäckträger an der Gabel, zusätzliche Fußstützen – und natürlich die berüchtigte kleine Drehscheibe für den Keilriemen. Mit der veränderten Übersetzung wurden aus erlaubten 25 km/h schnell 50 km/h oder mehr. Der Anzug war zwar miserabel, doch die Endgeschwindigkeit fühlte sich wie ein Rausch an.
Die Polizisten im Wohngebiet kannten uns – und wir kannten sie. Entsprechend häufig regnete es Anzeigen. Ohne Getriebe bedeutete die geänderte Übersetzung kräftiges Nachhelfen mit den Füßen beim Anfahren. Das sah vermutlich aus wie eine startende Ente – aber es gehörte zum Lebensgefühl dazu.
Vom Mofa zum Springreiter – und zurück
Mit zunehmendem Alter verlagerte sich mein Fokus. Ich wurde Springreiter und blieb diesem Weg fast 40 Jahre treu. Motorräder spielten lange keine Rolle mehr in meinem Leben. Doch Leidenschaft verschwindet nicht – sie wartet nur auf den richtigen Moment, um wieder aufzuflammen.
Beruflich hatte ich täglich mit Häusern, Vorgärten und Carports zu tun. Jeden Morgen stand dort ein schweres Motorrad – vermutlich eine Suzuki aus den 1990er-Jahren. Allein der Anblick löste etwas in mir aus. Obwohl ich vier Jahrzehnte keinen Bezug mehr zu Motorrädern hatte, wurde mir mit einem Mal klar: Diese Faszination war nie verschwunden. Sie hatte nur geschlafen.
Eine Renaissance der Leidenschaft
In den 1970er-Jahren sahen Motorräder noch völlig anders aus. Heute erleben wir eine Renaissance klassischer Formen – moderne Retro-Bikes, die Tradition und Technik auf faszinierende Weise verbinden. Genau solche Momente können der Auslöser für etwas Größeres sein. So war es auch bei ADMYBIKE: Ein einziger Anblick, der eine Kette von Gedanken und Entscheidungen in Gang setzte.
Denn es geht um mehr als nur Technik. Es ist der Geruch von Benzin, das Vibrieren eines Motors unter dir, das Gefühl von Freiheit auf offener Straße. Erstaunlicherweise übt ein Verbrennungsmotor auf mich eine kraftvolle, beinahe archaische Faszination aus – ähnlich wie ein Düsentriebwerk. Diese Energie, diese Präsenz, dieses mechanische Leben lässt sich durch nichts ersetzen.
Die Vision geht weiter
Deshalb wird es nach ADMYBIKE auch eine Plattform für Flugzeuge geben. Jede dieser Welten wird ihr digitales Pendant erhalten – eine eigene App, die Enthusiasten verbindet und Fachhändlern die Werkzeuge gibt, die sie verdienen. Die Vision ist groß, und ja, das bedeutet viel Arbeit. Aber genau darin liegt die Begeisterung.