Nasses Laub hat einen Reibwert nahe Null. Dazu tiefstehende Sonne, frühe Dunkelheit und Wildwechsel. Der Herbst ist die tödlichste Jahreszeit.
Die unterschätzte Jahreszeit
Der Herbst lockt mit goldenen Farben und milden Temperaturen – und ist statistisch die gefährlichste Jahreszeit für Motorradfahrer. Warum? Weil die Gefahren unsichtbar sind.
Die versteckten Killer
Nasses Laub
Laub auf der Fahrbahn sieht harmlos aus, ist aber gefährlich wie Glatteis. Besonders in Kurven, an Kreuzungen und unter Bäumen sammelt es sich.
- Reibwert: Nasses Laub hat fast keinen Grip – wie Schmierseife
- Tücke: Es verdeckt Schlaglöcher, Kanaldeckel und Randsteine
- Verhalten: Aufrecht fahren, sanft bremsen, nie in Schräglage
Morgendlicher Reif
Im Herbst kann es nachts schon Frost geben, während es tagsüber noch mild ist. Morgens liegt dann Reif auf der Straße – unsichtbar im Schatten.
Reif-Falle
Reif liegt besonders auf Brücken, in Waldschneisen und im Schatten von Gebäuden. Dort, wo die Morgensonne nicht hinkommt, kann es bis Mittag glatt sein.
Wildwechsel
Herbst ist Brunftzeit. Rehe, Wildschweine und Hirsche überqueren verstärkt Straßen – besonders in der Dämmerung.
- Hochzeit: Morgens 6-9 Uhr, abends 17-20 Uhr
- Gebiete: Waldränder, Felder, "Wildwechsel"-Schilder
- Verhalten: Tempo reduzieren, bremsbereit sein
Ernterückstände
Traktoren hinterlassen Erde, Stroh und Rübenreste auf der Fahrbahn. Bei Nässe wird das zur Rutschbahn.
Sichere Herbstfahrt
Herbst-Regeln
- Nicht vor 9 Uhr losfahren (Reif!)
- Geschwindigkeit reduzieren – pauschal 20% weniger
- Schattige Stellen meiden oder extra vorsichtig
- Laub nicht durchfahren – drumherum fahren
- Bei Wildwechsel-Schildern: Maximum 60 km/h
- Helle, reflektierende Kleidung tragen
Safety First
Motorradfahren ist gefährlich - aber mit dem richtigen Wissen, der richtigen Ausrüstung und der richtigen Einstellung reduzierst du dein Unfallrisiko um 80%. Fahre defensiv, trage IMMER vollständige Schutzkleidung, und überschätze dich nicht.